Die Aérospatiale-BAC Concorde (kurz Concorde), war das erste Überschall-Passagierflugzeug im Linienflugdienst. Es wurde von 1976 bis 2003 betrieben. Die Flugzeit auf ihren wichtigsten Strecken über den Atlantik zwischen Paris beziehungsweise London und New York betrug mit etwa 3 bis 3,5 Stunden nur 30-50% der Zeit, im Vergleich zu modernen Unterschallflugzeugen. Dank der Zeitverschiebung ist man schon vor der Abflugzeit in New York gelandet. Viele Passagiere waren schlichtweg begeistert davon, dass sie nach dem Sonnenuntergang in Europa in ein Flugzeug steigen konnten und dann vor dem Sonnenuntergang wieder in New York aussteigen konnten.

Die Betreiber der Concorde waren bis zuletzt immer British Airways und Air France. Die Concorde der Serie 101 (Air France) mit der Fabriknummer 203 (3. Maschine der Hauptserie) wurde am 24. Oktober 1979 durch Air France übernommen und trug das Luftfahrzeugkennzeichen F-BTSC. Einen Tag später stellte die Aerospatiale diese Concorde für die Dreharbeiten des Thrillers “Airport`80 – Die Concorde” zur Verfügung. Zum Zeitpunkt des Absturzes hatte das Flugzeug 11.989 Flugstunden und 4873 Flüge absolviert. Der letzte D-Check hatte am 1. Oktober 1999 stattgefunden, der letzte planmäßige A-Check am 21. Juli 2000. Seit der letzten Wartung hatte F-BTSC vier Flüge durchgeführt, am 25. Juli 2000 war es als Reserve vorgesehen und wurde kurzfristig für diesen Flug als Ersatz eingesetzt.


Der Flugkapitän Christian Marty hatte insgesamt 13.477 Flugstunden (darunter 5.495 als Kommandant), davon 317 auf der Concorde (284 als Kommandant). Der Erste Offizier verfügte über eine Erfahrung von 10.035 Flugstunden, davon 2.698 auf der Concorde. Zur Besatzung gehörten außerdem ein Flugingenieur, eine Kabinenchefin und fünf Flugbegleiter.

Bis zu diesem Vorfall war noch keine Concorde abgestürzt.

Der letzte Flug dieser Maschine war ein Charterflug, im Auftrag der Reederei Peter Deilmann aus dem holsteinischen Neustadt. 99 Passagiere sollten für die Teilnahme an einer Kreuzfahrt ab New York (durch die Karibik und den Panama Kanal bis nach Ecuador zu einem Pauschalpreis von 2900 DM) auf der MS Deutschland dafür eingeflogen werden (weitere 33 Kunden waren bereits am Morgen mit einem Linienflug nach New York geflogen). Es gab 100 Plätze in der “First Class”. Vier sehr schmale Sitze nebeneinander gereit, getrennt durch einen mittleren Gang. Prominente, Stars und Sternchen waren hier normaler Weise Dauergäste, dank des überdurchschnittlichen Preises. Mindestens 20% teurer als in einer Ultraschall-Verkehrsmaschine wurden die Tickets damals verkauft. Ab Mitte der 90er Jahre verlangte man dann den Preis eines “normalen First Class Tickets” plus 2.000 DM Aufpreis.


Der Unfallhergang
(So soll es abgelaufen sein)


Fünf Minuten vor dem Start hatte eine McDonnell Douglas DC-10 der Continental Airlines einen 435 mm langen und 34 mm breiten Blechstreifen aus einer Titanlegierung auf der Startbahn verloren. Die eigentlich vorgeschriebene Überprüfung der Startbahn vor dem Start der Concorde wurde nicht durchgeführt. Beim Start schnitt dieses Teil einen Reifen des Fahrwerkes der Concorde auf, woraufhin er platzte und ein 4,5 kg schweres Reifenstück (mit einer Geschwindigkeit von 500 km/h) gegen die Flügelunterseite schleuderte und damit das Fahrwerk beschädigte. Obwohl die Kerosintanks nicht durchschlagen wurden, bewirkte die Schockwelle des Einschlages einen Riss des Tanks Nr. 5, welcher direkt über dem Fahrwerk liegt (weitere Teile des Reifens beschädigten die Fahrwerkselektrik).

Es wird vermutet das die beschädigte Elektrik des Fahrwerks nun auch noch Funken schlug, die dann natürlich den austretenden Treibstoff entzündeten. Zum Zeitpunkt der Entzündung verloren Triebwerk 1 und 2 dann auch noch sämtlichen Schub, Triebwerk 1 konnte sich jedoch kurze Zeit später wieder erholen und für den weiteren Flug genutzt werden. Im Cockpit schaltete der Flugingenieur manuell das Triebwerk 2 ab. Die Maschine fängt Feuer und wird nahezu unkontrollierbar. Trotzdem entschied der Pilot der Maschine, auf den nahe gelegenen Flughafen Le Bourget auszuweichen. Es wird von Sachverständigen allerdings bezweifelt, dass eine sichere Landung angesichts der Flugroute des Fluges 4590 möglich gewesen wäre.

Mit einer konstanten Geschwindigkeit von 200 Knoten (370 km/h) konnte das Flugzeug die erreichte Flughöhe von 200 Fuß nicht überschreiten. Das Feuer breitete sich unterdessen weiter aus und führte zum Zerfall der linken Tragfläche. Triebwerk 1 fiel zu diesem Zeitpunkt endgültig aus. Durch den asymmetrischen Schub hob sich die rechte Tragfläche an, bis die Concorde eine Schräglage von über 100° erreichte.

Auf die Sekunde zwei Minuten nach Beginn des Startlaufs schlug die Concorde auf ein Hotel in der Nähe des Flughafens auf und brannte aus. Es starben 96 Deutsche (42 Passagiere aus NRW und 13 aus Mönchengladbach), zwei Dänen und eine Frau aus Österreich. Ein Passagier war ein deutsch-amerikanischer und ehemaliger Air-Force Angestellter. Unter den deutschen Passagieren waren der Fußballtrainer Rudi Faßnacht, seine Ehefrau Sigrid, der Gewerkschafter und Schriftsteller Christian Götz und seine Frau Irene. Niemand an Bord überlebte.


Was passierte denn nach dem “Unglück”?

Der Abschlussbericht der französischen Untersuchungsbehörde kam zu dem Schluss, dass der Metallstreifen auf der Startbahn der alleinige Auslöser des Absturzes war. Der Metallstreifen habe sich von einer Klappe am Hecktriebwerk der DC-10 der Continental Airlines gelöst. Er sei am 9. Juli 2000 in Houston eingebaut worden, nachdem er zuvor bereits im Juni in Tel Aviv ausgetauscht worden war. Weder Herstellung noch Einbau des Streifens habe den Vorgaben des Herstellers entsprochen. Der Prozess um den Absturz begann am 2. Februar 2010 in Pontoise bei Paris mit der Verlesung der Namen der Opfer. Die Staatsanwaltschaft des Strafgerichts warf der US-Fluggesellschaft Continental und fünf weiteren Angeklagten fahrlässige Tötung vor. Am 6. Dezember 2010 verurteilte das Gericht die Continental Airlines und einen Mechaniker der Fluggesellschaft wegen fahrlässiger Tötung. Die Fluggesellschaft muss 200.000 Euro Geldstrafe bezahlen. Als Schadensersatz muss sie eine Million Euro an Air France zahlen. Der Mechaniker erhielt 15 Monate auf Bewährung. Er wurde jedoch in zweiter Instanz freigesprochen. Vier weitere Angeklagte wurden freigesprochen, darunter auch der damalige Chef des Concorde-Programms Henri Perrier.

… doch auch dies passierte und regt zum nachdenken an:

Die beim “Unfall” verstorbene Stewardess (Brigitte Kruse), ist von der französischen Regierung nach ihrem Tot zum Ritter der Ehrenlegion ernannt worden. Sie gehörte seit ca 10 Jahren zur kleinen und “elitären” Concorde-Gemeinschaft (Trägerin der Concorde-Rolex “Datejust”).

Die Hinterbliebenen der Opfer einigten sich überdurchschnittlich schnell mit der Air France und deren Versicherungen auf Entschädigungszahlungen, die deutlich über den in den regulären Haftungsbedingungen enthaltenen Beiträgen lagen. Rund 1,5 Millionen Euro pro Opfer wurden gezahlt.


Hier noch ein paar offizielle Dokumente zum Thema: